Torfmoosvermehrung

2011 begann Josef Gramann mit der Vermehrung seltener heimischer Bulttorfmoose. Was zunächst eher seiner persönlichen Begeisterung für die Hochmoorrenaturierung entsprang, entwickelte sich rasch zu einem ernsthaften Vorhaben mit dem Ziel, die stark limitierten Pflanzen zurück in die Renaturierungsflächen zu bringen und so die Entwicklung einer hochmoortypischen Vegetation zu aktivieren. Die dann folgenden wissenschaftlich begleiteten Forschungsarbeiten erreichen bis heute national wie international große Aufmerksamkeit. Die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen für Akteure im Moorschutz finden sich in dem 2022 publizierten Praxisleitfaden Teil I und II wieder.

Bulttorfmoose sind nach wie vor nur limitiert verfügbar. Umso wichtiger ist ihre gezielte Vermehrung. Das fortgesetzte Engagement der Stiftung Lebensraum Moor und Gramoflor auf diesem Gebiet ist umso herausragender, als es sich auch den charakteristischen Begleitpflanzen wie Moosbeere, Rosmarinheide, Sonnentau, Wollgras, Schnabelried u. a. widmet. Diese nicht minder bedrohten Pflanzen sind prägend für ein intaktes Hochmoor und notwendig, damit es seine Funktionen für das Ökosystem, Natur und Klima erfüllen kann.

Die Vermehrungsstationen der Stiftung und Gramoflors erstrecken sich von der Mutterpflanzenanzucht und kontrollierten Vermehrungstischen über eine semi-kontrollierte Bodenvermehrung im Freigelände bis hin zu den Wiederansiedlungen in den Renaturierungsflächen mit entsprechend weiterführender natürlicher Verbreitung. Darüber hinaus wurden in den zurückliegenden Jahren große Pflanzenbestände für Naturschutz- und Forschungsprojekte in ganz Niedersachsen bereitgestellt.